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Inquisition

Inquisition (lat. inquisitio [F.] Untersuchung) ist seit dem

Hochmittelalter im kirchlichen Recht das geistliche →Gericht zur

Verfolgung der Ketzer, das sich zur Wahrheitsermittlung der

Verschärfung der Befragung durch die →Folter bedient. Parallel zur

kirchlichen I. setzte sich auch im weltlichen Recht die Verfolgung

von Unrecht durch amtliche Untersuchung (gegenüber der bisherigen

Selbsthilfe bzw. Klage des Verletzten) durch. Hieraus entstand der


Inquisitionsprozess. Lit.: Köbler, G., Lexikon der europäischen Rechtsgeschichte, 1997


Inquisitionsmaxime


Inquisitionsmaxime (→Untersuchungsgrundsatz) ist der Grundsatz, dass das →Gericht von sich aus die materielle Wahrheit erforscht.

Die I. steht im Gegensatz zum →Verhandlungsgrundsatz, bei dem

sich das Gericht mit der formellen Wahrheit begnügt. Die I. gilt u. a.

im Strafprozessrecht (§ 155 II StPO), im Verwaltungsprozessrecht

und in der freiwilligen Gerichtsbarkeit, nicht dagegen im

Zivilprozessrecht.

Lit.: Roxin, Strafverfahrensrecht


Inquisitionsprozess


Inquisitionsprozess (Untersuchungsprozess) ist der von der

amtlichen Verfolgung und Untersuchung (sowie Anklage)

gekennzeichnete →Strafprozess (im Gegensatz zum

Akkusationsprozess).

Lit.: Strafrecht, Strafprozess und Rezeption, hg. v. Landau, P./Schroeder, F., 1984

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