Meinung





Ariane aus Esslingen wurde entführt und eingesperrt

es ging um Rauchwarnmelder


Am 11.06.2018 wurde um ca. 16.15 Uhr meine Haustüre, von zwei Polizisten, brutal aufgebrochen. Es handelte sich um einen weiblichen und einen männlichen Polizisten. Die Türe wurde bei diesem Vorgehen nicht unerheblich beschädigt.


Die Polizistin hat mich sofort umgedreht, mit den Worten :“Drehen Sie sich um und wenn Sie Widerstand leisten, werden wir Gewalt anwenden.“


Dann wurden mir die Hände mit Handschellen auf den Rücken gefesselt.


Sofort wollten mich die Polizisten aus der Wohnung führen. Dabei sage ich ihnen, dass sie mich nicht so einfach mitnehmen können, da ich eine nicht unerheblich kranke Frau bin, die auf lebenswichtige Medikamente angewiesen ist.


Woraufhin der Polizist mich fragte: „Was haben Sie denn?“ Ich antwortete darauf, dass ich Diabetikerin bin, eine Insulinpumpe trage, und ohne meine Medikamente und mein Pumpenzubehör nicht mitgenommen werden kann. Außerdem machte ich die Polizisten darauf aufmerksam, dass ich bereits, verursacht durch eine Willkürhandlung, einen Schlaganfall erlitten habe.


Darauf sagte der Polizist, dass ich sagen solle, was ich brauche, er würde es dann einpacken. Wir gingen in die Küche, ich gefesselt mit einer Hand der Polizistin auf meiner Schulter.

Der Polizist packte dann mein Pumpenzubehör, auf meine Anweisungen, ein und auch das Insulin. Da ich nur noch eine angefangene Ampulle meines Insulins, das noch selten Verwendung findet, da ein sehr neues Präparat, hatte; sagte ich es wäre gut noch bei meinem Arzt vorbei zu fahren, um neues Insulin zu holen. Darauf sagte der Polizist: „Nein, das Gefängnis-Krankenhaus hat alles.“ Worauf ich erwiderte, dass ich es für möglich halte, dass sie genau dieses Insulin nicht auf Vorrat haben und auch evtl. kein Pumpenzubehör. Auf meine Frage, wie lange ich im Gefängnis verbleiben soll, antwortete man mir 10 Tage. Daraufhin antwortete ich, dass mein Insulin, auf keinen Fall für 10 Tage reichen würde. Wieder die Antwort, dass das Gefängnis ein richtiges Krankenhaus hat (nachfolgend wird das noch wichtig und stellte sich mehr oder minder als falsch raus).


Ich sagte ihnen auch, dass Insulin gekühlt werden muss und das man es nicht lange ungekühlt aufbewahren kann. Darauf wurde mir geantwortet, dass die im Gefängnis Kühlschränke hätten.


Zusammen mit der Polizistin habe ich dann noch ein paar Kleidungsstücke zusammengepackt (völlig unsinnig, wie sich nachher herausstellen sollte).


Jetzt wollte man mich wieder nach draußen bringen. Daraufhin fragte ich, was denn mit meiner beschädigten und nicht zu verschließenden Türe wäre. Worauf geantwortet wurde, dass sie nachher wieder kommen würden, um sie zu sicher. Das veranlasste mich sie zu fragen, wann sie gedenken, meine Türe wieder zu verschließen, wenn meine Wohnung ausgeräumt wäre?


Ich sagte dann, dass das so nicht ginge und das ich meinen Nachbarn fragen möchte, ob er es reparieren kann. Der Polizist ließ sich dann von mir beschreiben, wo der besagte Nachbar wohnt und wie er heißt. Er ging zu meinem Nachbar und kam mit diesem zurück.


Auf meine Frage, ob mein Nachbar es reparieren könne, sagte dieser, dass er versuchen würde das Türblatt mit langen Schrauben wieder zu befestigen. Mein Nachbar wollte bei sich nach langen Schrauben sehen, der Polizist folgte ihm. Ich sagte, dass er keinen Schlüssel habe und bat die Polizisten einen Ersatzschlüssel aus meiner Kommode, im Gang, zu holen.


Ich fragte, ob wir zu meinem Nachbarn folgen können, der nur zwei Türen weiter wohnt. Was die Polizistin bejahte. Wir gingen dann an die Haustüre meines Nachbarn. Was natürlich zur Folge hatte, dass alle anderen Nachbarn sehen konnten, dass mich zwei Polizisten in Handschellen abführen.


Nachdem ich mit meinem Nachbar geklärt hatte, dass er meine Türe sichern soll und ihm meinen Ersatzschlüssel gegeben hatte, wurde ich abgeführt zum Streifenwagen.


Als ich auf dem Rücksitz Platz genommen hatte, erkundigte sich die Polizistin ob das so angenehm für mich sei. Worauf ich antwortete, dass das nicht der Fall sei, da ich bereits Bandscheiben-Operationen im Lendenwirbelbereich gehabt hätte und die Handschellen genau auf den Narbenbereich drücken würden. Daraufhin wurden mir die Hände von der Polizistin nach vorne gefesselt.


Nun wurde mir, alle im Einsatzfahrzeug sitzend, ein Haftbefehl präsentiert. Was mir sofort auffiel war, dass dieser Haftbefehl nicht von einem Richter unterschrieben wurde, sondern von einer Rechtspflegerin.


Im Einsatzfahrzeug wurde mir gesagt, dass ich nun zur Polizei-Wache gefahren werde und anschließend ins Gefängnis. Und zwar entweder in das Frauen-Gefängnis nach Schwäbisch Gmünd oder nach Stammheim (Kurzzeitgefangene kommen auch da hin).


Auf meinen Einwand, meine Sachen lagen im Kofferraum, dass ich dringend noch telefonieren müsse, wurde mir gesagt, dass ich mein Handy auf der Wache wieder bekomme und telefonieren könne.


Dort angekommen wurde ich von den Handschellen befreit und in eine Zelle eingesperrt. Mein Handy wurde mir dann auch ausgehändigt, aber nicht mein gesamter Rucksack. Darin befand sich auch die, vor Aufbruch, notierte Festnetznummer meines Nachbarn, die ich eigentlich noch an meine Mutter übermitteln wollte, damit sie nachfragen könne, ob das Sichern meiner Haustüre erfolgreich verlaufen ist. Ich hatte meinem Nachbarn gesagt, wenn es nicht durchführbar wäre, wie er es vorgeschlagen hat, dann solle er einen Handwerker holen. Die Polizistin hatte ja, unter Beisein meines Nachbarn, gesagt, dass die Reparatur der gewaltsamen Beschädigung meiner Haustüre durch die beiden Polizisten, von der Polizei bezahlt werden würde.


Auf der Wache habe ich dann eine Freundin und meine Mutter angerufen. Ich habe von den Polizisten Wasser zum Trinken bekommen und die Zusage, dass ich dort dann auch auf die Toilette könnte. Was mir ja in meiner Wohnung verweigert wurde.


Schließlich kam der Polizist mit einem Schreiben, dass ich unterzeichnen solle. Dieses Schreiben enthielt die Auflistung des Inhalts meines Rucksacks, die Bezifferung des Geldbetrages aus meiner Brieftasche sowie Ausweispapiere. Ich unterschrieb es, allerdings „Unter Vorbehalt“, da ich ja bei der gesamten Durchsuchung meines Rucksacks sowie der Brieftasche, durch die Polizei, nicht anwesend war.


Als der 'Schreibkram' erledigt war, durfte ich auf die Toilette, nach Verlassen des Toilettenraums sagte die Polizistin zu mir, dass ich wieder gefesselt werden müsse, beim Überstellen in die Haft-'Anstalt'. Sie kam dann mit einem robusten, dicken Ledergürtel, der statt Löcher Schlitze im Leder hatte und eine Edelstahlvorrichtung, durch die eine Handschelle von unten nach oben durchgesteckt wurde und die linke Hand dann oberhalb der Edelstahlvorrichtung gefesselt wurde und die andere Seite unten durchhing und die rechte Hand an die Schelle gefesselt wurde. Mit dieser Fesselung, die doch sehr stark an S/M-Praktiken erinnerte, wurde ich dann wieder nach draußen zu einem Polizeiauto, für alle Passanten sichtbar, geführt (Beschriebene Polizeistation hatte keine Tiefgarage).


Dann ging es los, nach Schwäbisch Gmünd, wie ich im Auto erfuhr. Obwohl die beiden Polizei-Mitarbeiter sich darüber unterhalten haben, dass Stammheim doch besser zu erreichen gewesen wäre.


Auf der Fahrt nach Schwäbisch Gmünd kamen wir auf der Schnellstraße in ein heftiges Gewitter, mit Niederschlag der die Sichtweite, meines Erachtens nach, nicht auf unter 50 m sondern auf unter 50 cm reduzierte. Ich dachte nur, lieber Gott, sollten wir einen Unfall haben, dann lass mich dadurch tief bewusstlos sein. Verhindere bitte, dass ich in diesem S/M-Outfit auf der Straße stehen muss.


- Es ging gut.


Angekommen in der JVA, Schwäbisch Gmünd konnten sich die Polizisten und die Justiz-Damen, die mich in Empfang genommen haben, gar nicht genug des Lobes überschütten, ob des formidablen Einsatzes dieses S/M-Gürtels, der Esslinger Polizei.


Im Empfangsbereich, der JVA ging es dann wieder von vorne los, mit der Durchsicht meiner Sachen und des Geldbeutels. Dabei hat die Justizdame, zusammen mit mir festgestellt, dass die Polizisten beim Zählen meines Geldes einen 5€-Schein übersehen hatten (ohne Worte).


Mittlerweile war eine Krankenschwester dazugekommen. Denn mehrfach hatte ich wieder auf meine Diabetes-Erkrankung, sowie die Notwendigkeit der Kühlung meines Insulins hingewiesen. Auf meine Frage, ob ich einen Arzt sprechen könne, wurde mir gesagt: „Nein, ein Arzt sei nicht mehr da, aber die Krankenschwester sei ja die Spezialistin“. Worauf ich, auf Grund meiner jahrzehntelanger Erfahrung erwiderte: „Die meisten Ärzte kennen sich nicht mit Diabetes aus, schon gar nicht mit der Therapie mittels Pumpe. Und bei Krankenschwestern ist das häufig noch schlimmer.“


Nun wurde mein ganzes Pumpenzubehör unter die Lupe genommen und festgestellt, dass da ja auch Nadeln dran sind. Und dass das in einer Haft-“Anstalt“ nicht geduldet werden würde. Ich habe ihnen dann erklärt, dass bei Pumpenzubehör nur Nadeln eingesetzt würden, bis der Katheter liegt und diese dann wieder verschwinden, da entsorgt. Und ich war auch gezwungen ihnen zu sagen: „Wenn sie versuchen mich dazu zu bringen die Pumpe abzunehmen und damit meine Therapie verschlechtern, werde ich sie mit allen zur Verfügung stehenden, juristischen Mitteln zur Verantwortung ziehen.“ Dann war diesbezüglich Ruhe


Ich musste mich dann ganz ausziehen und Gefängniskleidung anziehen – auch meine Unterwäsche und Schuhe musste ich wechseln. Man sagte mir, dass ich jetzt auch noch duschen könnte. Was aber, da man die Insulin-Pumpe dabei abnehmen muss, zur Frage führte wohin mit dem Ding, einigermaßen steril. Die Krankenschwester meinte dann, ich würde eh in der Krankenstation untergebracht, auf der man das Recht hätte jeden Tag duschen zu dürfen.


Dann ging es mit dem Problem weiter, dass ich einen Mundschutz trage (aus Allergiegründen). Ich müsse den abnehmen. Daraufhin, habe ich ihn kurz weggemacht, damit man mein gesamtes Gesicht sehen kann. Das reichte ihnen nicht. Man sagte mir: „Sie müssen das Ding abnehmen, damit wir Ihnen in den Mund sehen können.“ darauf antwortete ich: „Sie sehen und fassen mir in absolut keine Körperöffnung, ohne einen richterlichen Beschluss. Und achten Sie dabei auch darauf, dass ein Beschluss nicht stattfindet ohne das man mir mein grundgesetzliches richterliches Gehör verschafft hat.“ Da waren sie schon angepisst und meinten: „Sie sind jetzt hier und müssen schon kooperieren.“ Darauf erwiderte ich: „Ich muss irgendwann sterben und bis der Deckel über mir zugenagelt wird, muss ich gar nichts.“


Eine der Justiz-Damen verschwand dann und kam nach einer Weile wieder und sagte zu mir: „Ich habe mit dem „Anstalt“-Leiter gesprochen. Wenn Sie sich nicht in den Mund schauen lassen, dann müssen wir Sie in Isolationshaft nehmen und alle 2 Stunden nach ihnen sehen.“ Darauf sagte ich zu den Justiz-Damen: „Dann machen Sie das.“

Dann habe ich noch einen Blutzuckertest gemacht – über 300!!! Normal ist ein Wert von 80-130. Was ich auch umgehend der Krankenschwester mitgeteilt hatte, die darauf hin keine angemessene Reaktion gezeigt hat.


Im Anschluss wurde ich auf die Krankenstation gebracht. Mit allen Klamotten, in einem großen Korb und Bettwäsche und Geschirrhandtücher und Brot (für Abendessen und Frühstück, wie ich am nächsten Tag erfahren habe) und zwei Schachteln billige Teebeutel. Und eingeschlossen.


Da mein Blutzuckerwert über 300 lag, konnte ich nur hoffen, dass es zu keinem Unterzucker kommen würde, denn mein Traubenzucker und meine Kekse, die ich immer für einen Unterzucker-Notfall dabei habe, wurden mir nicht ausgehändigt. Auch gab es bei meiner Wegschließung keine Alternative dazu.


Allerdings muss ich dazu sagen, dass im Verlauf der Nacht durch die Isolationshaft-Anordnung alle zwei Stunden, mittels der Türklappe, nach mir gefragt wurde. Ein roter Notknopf war auch vorhanden.


Aber es gibt keine Möglichkeit mehr, wie gewohnt, eigenständig und eigenverantwortlich zu handeln und damit selbst für seine körperliche Unversehrtheit zu sorgen.

Blutzuckerwerte in der JVA am Montag, den 11.06.2018: 356, 269, (weitere Nachtwerte erscheinen am Die, den 12.06.2018)


Am nächsten Morgen wurde ich um ca. 10.30 Uhr zur Ärztin gebracht. Es gab, soviel ich feststellen konnte, zwei Ärztinnen. Zuerst wurde ich von einer Krankenschwester zu meinen Krankheiten und Narben und evtl. Tattoos und Piercings befragt. Und man wollte, dass ich einer HIV und Hepatitis C-Untersuchung, per Unterschrift, zustimme. Was ich abgelehnt habe. Dann wollte man noch eine Zustimmung zu einer Röntgen-Aufnahme, zwecks Ausschluss einer TBC-Erkrankung. Dem habe ich dann zugestimmt. Die Wahrscheinlichkeit war groß, dass ich schneller wieder entlassen sein würde, als die Röntgenaufnahme gemacht wäre. Was dann auch zutraf.


Allerdings konnte sich die Krankenschwester auch nicht zurückhalten, was meinen Mundschutz betraf. Sie sagte: „Sie sollten das Ding abnehmen.“ Ich sagte: „Nein.“ Daraufhin wieder die >Krankenschwester: „Sie tun sich damit keinen Gefallen. Wenn Sie dann mit den Mitgefangenen zusammenkommen, dann denken die, „Weiß Gott, was Sie haben.“ Darauf erwiderte ich: „Was andre denken, ist für mich nicht maßgebend.“ Als sie nochmal was sagen wollte, habe ich ihr gesagt: „Für mich ist diese Diskussion jetzt beendet.“ Dann wurde ich zur Ärztin gelassen.


Da ging es dann weiter. Ohne sich mit Namen vorzustellen, sage die Ärztin gleich zu mir: „Sie wollen Ihren Mundschutz nicht abnehmen?“ Ich antwortete: „Nein, sonst läuft mir wieder das Wasser aus den Augen und der Nase.“ Die Ärztin: „So kann ich aber nicht mit Ihnen sprechen.“ Darauf ich: „Dann geben Sie mir ein Blatt und einen Stift und ich schreibe es Ihnen auf.“


Und schon kam die Fortsetzung: „Und Sie wollen sich nicht in den Mund schauen lassen. Ich muss Ihnen aber in den Mund schauen – Sie könnten ja was unter der Zunge haben.“ Ich: „Was soll ich denn seit über 12 Stunden unter der Zunge haben? Einen Leopard-Panzer, mit dem ich dann einen großangelegten Ausbruch, mit militärischer Gewalt ausführe?“ Jetzt musste eine ebenfalls anwesende Krankenschwester (eine andere als zuvor) lauthals lachen. Drauf die Ärztin: „Nein, Drogen, Sie machen sich kein Bild, welche Drogen-Probleme wir hier haben.“ Ich: „Wie Sie gerade selbst festgestellt haben, sind es ihre Drogen-Probleme, nicht meine. Ich habe keine Drogen-Probleme. Und wenn Sie es nicht glauben, erteile ich Ihnen die Erlaubnis einen Drogentest zu machen. Allerdings nur nach einer genauen schriftlichen Abmachung, was getestet werden darf.“


Dann ging es weiter, mit der Aussage der Ärztin: „Ich muss Sie untersuchen.“ Ich: „Nein, das müssen Sie nicht und ich gebe dazu auch keine Zustimmung. Ich habe in Deutschland eine gesicherte, frei Arztwahl und ich habe Sie nicht frei gewählt. Deshalb gebe ich dazu keine Zustimmung. Ich erzähle Ihnen nur an welchen Krankheiten ich leide und Sie sorgen dafür, dass diese sich hier nicht verschlechtern.“


Da merkte die Ärztin wohl, dass ich nicht klein beigebe und nicht ganz unbedarft bin, und sagte: „Darf ich wenigstens das Herz und die Lunge abhören?“ Dem habe ich dann zugestimmt.


Aber dann kam schon das Nächste beim Abhören der Lunge: „Holen Sie mal tief Luft. Sehen Sie, mit Ihrem Mundschutz können Sie gar nicht tief Luft holen (was ein Quatsch).“ Ich habe darauf nichts gesagt und es ignoriert.


Dann wollte Sie den gesundheitlichen Zustand wissen. Ich machte alle Angaben, vor allem über meine Diabetes-1-Erkrankung, mit dem wichtigen Zusatz: „Ich habe seit gestern (Mo. 11.06.2018) so schlechte Zuckerwerte und ich befürchte das Insulin ist gekippt. Es wurde auch ungekühlt bis hier her transportiert. Außerdem habe ich nur die eine Ampulle und benötige dringend neues Insulin. Auch mein Pumpen-Zubehör könnte nicht ausreichen. Darauf antworteten Krankenschwester und Ärztin: „Insulin ist nicht so temperaturempfindlich, wie man meint. Darauf ich: „Ich fürchte, dieses Insulin, das es erst seit ca. 1 Jahr gibt schon.“ Auf die Frage, wie das Insulin heißt habe ich das beantwortet und die Frage gestellt, ob das hier, in der JVA, vorhanden sei, da ich befürchte nein.


Das wurde auch verneint mit dem Zusatz, der Ärztin: „Ich habe das Insulin notiert, wir werden es bestellen.“ Daraufhin habe ich dann nochmal gesagt, dass ich schlechte Werte habe und das dies, im Besonderen, bei Pumpenträgern schnell gefährlich werden kann, da man mit einer Pumpe nur noch über Kurzzeit-Insulin verfügt und keinen Puffer durch Verzögerungs-Insulin hat. Und dass eine lebensgefährliche Situation, die dann einer Intensivmedizinischen-Behandlung bedarf sehr schnell eintreten kann. Die Ärztin sagte: „Ich bin Arzt, Sie brauchen mir das nicht zu sagen.“ Darauf ich: „Und ich bin seit 31 Jahren Diabetes-Patientin und habe mehrfach leidige Erfahrungen machen müssen.“ Dann war diesbezüglich erst einmal Ruhe.


Nach dem Mittagessen wurde ich in einen anderen Haftraum verlegt und die Isolationshaft wurde abgebrochen, sodass mein Haftraum dann auch in den nicht geschlossenen Zeiten offen blieb. Auch in diesem Haftraum war ich alleine untergebracht. Dazu sollte man wissen, dass Erzwingungshaft-Gefangene und wohl auch Ordnungshaft-Gefangene nicht mit Straftätern zusammen gelegt werden dürfen.


Im neuen Haftraum war die Toilette von zwei Hafträumen benutzbar. Mal davon abgesehen, dass die Türen weder von der einen, noch der anderen Seite richtig zugemacht (verschließen geht eh nicht) werden konnten, zeigte sich sehr schnell, dass die Toilettenspülung nicht richtig, oder besser, so gut wie gar nicht funktionierte. Der Spülknopf, der in der Wand eingelassen war, musste zigmal gedrückt werden um einen einigermaßen annehmbaren Spülvorgang auszulösen. Die meiste Zeit, in der man gedrückt hat, kam kein Wasser.


Wie ich dann von einer Frau aus der benachbarten Zelle erfuhr machten die zwei Frauen aus besagtem Haftraum, es wie folgt: Sie nahmen die Toilettenbürste um mit deren Stil dann den Knopf der Toilettenspülung möglichst weit rein drücken zu können. Und nebenbei den Toilettensitz mit der nassen Bürste zu bekleckern.




Blutzuckerwerte in der JVA am Die., den 12.06.2018 ab 00.12 Uhr: 250, 279, 309, 327, 304, 290, 296, 317, 302, 305, 320, 277, 245, 265, 211, 142, 106, 154, 125, 203, 184


Am Mittwoch kam die Sozialarbeiterin. Ich musste sie bestellen, sonst hat man keine Möglichkeit um zu telefonieren. Und ich wollte ja in Erfahrung bringen, was mit meiner Wohnungstüre passiert ist und ob mein Hase versorgt ist und vor allem wollte ich meine Mutter bitten die Diabetologische Praxis anzurufen und diese über meinen schlechten Gesundheitszustand zu informieren. Und zu fragen, welches Insulin man aus dem Gefängnisvorrat evtl. verwenden könnte, wenn mein Insulin wirklich verdorben sein sollte. Bedauerlicherweise konnte ich meine Mutter nicht erreichen. Dann versuchte ich es bei Petra. Auch bei Petra war nur die Mailbox dran. Auch ein Anruf bei Nachbarn meiner Mutter war erfolglos. Im Nachhinein habe ich mich über mich geärgert, dass ich Petra nicht auf den Anrufbeantworter gesprochen habe, um sie zu bitten, dass sie sich mit der Praxis in Verbindung setzt. Aber ich war von der Enttäuschung, dass ich niemanden erreicht habe so überwältigt, dass ich nicht mehr klar denken konnte.

Zurück in meinem Haftraum musst ich dann zu ersten Mal weinen, weil ich mich so verlassen fühlte.


Am Abend, bei Einschluss machte ich nochmals die Krankenschwester darauf aufmerksam, dass ich so schlechte Zuckerwerte habe und dass das, vor allem mit einer Insulin-Pumpe nicht mehr lange gut geht und ich mich dann sehr schnell in einer lebensbedrohlichen Situation befinden kann und ich deshalb dringend mit einer der Ärztinnen reden muss. Da drückte die Krankenschwester mir einen Antrag (man muss im Gefängnis alles schriftlich beantragen) in die Hand und sagte: „Stellen Sie einen Antrag, damit Sie in den nächsten Tagen mit einer Ärztin sprechen können.“ und hat zugeschlossen.


Blutzuckerwerte in der JVA am Mai., den 13.06.2018 ab 06.28 Uhr: 211, 239, 245, 273, 279, 238, 186, 230, 200


Am Donnerstagmorgen habe ich dann bei Aufschluss gleich meinen Antrag abgegeben und auch noch mündlich darauf hingewiesen, dass meine Werte schlecht sind. Darauf erhielt ich die Antwort, der Antrag würde weitergeleitet. Im Laufe des Tages kam die Sozialarbeiterin zu mir, um mit zu sagen, dass meine Mutter meinen Hasen zu sich genommen hat und meine Türe so von meinem Nachbarn wieder in Stand gesetzt wurde, dass man diese wieder abschließen kann. Ich bat sie gleich, ob es möglich wäre noch einmal telefonieren zu dürfen, um Petra anzurufen. Auch der Sozialarbeiterin erzählte ich, wie am Tag zuvor, nochmal, das meine Werte schlecht sind und ich dringend mit meinem Arzt sprechen müsste. Deshalb würde ich Petra gerne darum bitten den Arzt anzurufen. Das Problem war, dass ich die Telefonnummer meines Arztes nicht auswendig kannte. Petras Nummer war bekannt, da sie sich mit der Haftanstalt in Verbindung gesetzt hatet. Und die Nummer meiner Mutter und deren Nachbarn kannte ich als einzigen zwei Telefonnummern auswendig.


Die Sozialarbeiterin stimmt Gott sei 'Dank zu. Und ich konnte Petra erreichen und ihr den Namen und die Adresse der Praxis durchgeben. Nach ca. zwei Stunden wurde ich zur Ärztin gerufen, die mir mitteilte, dass ein Arzt, der Praxis in der ich Patientin bin, sie angerufen hat und sie möchte, dass wir ihn gemeinsam nochmals anrufen. Was wir taten. Er sprach mit mir und die Ärztin ging mal schauen, welche Insuline sie vorrätig haben. Sie kam mit eine Liste zurück, auf der ca. 5-6 Insuline notiert waren. Der Arzt empfahl dann ein Insulin aus dieser Liste. Und vereinbarte auch gleich einen Termin, für den Tag nach meiner Entlassung. Als ich gehen wollte bat mich die Ärztin ausdrücklich, mir nochmal die Hand geben zu dürfen. Ab jetzt änderte sich der Ton. Und ich müsste mich schon sehr täuschen, wenn das nicht damit zu tun gehabt hat, dass jetzt klar war, dass sich von Außen Leute eingeschaltet haben.


Kurz danach kam eine Krankenschwester zu meiner Zelle und brauchte mir das Ersatz-Insulin. Da bekam ich den nächsten Schreck. Das Insulin war in einem Einweg-Pen. Damit hatte ich keine Möglichkeit, es in meine Pumpe zu füllen. Das ist nicht möglich. Und ich sagte ihr: „Wenn mein Insulin, das ich noch in der Pumpe habe komplett versagt, dann muss ich mich mit dem Ersatz-Insulin ca. alle 3 Stunden mit einer kleinen Insulinmenge versorgen. Wann kommt denn mein Insulin, das ja angeblich schon bestellt ist?“ Sie antwortete: „Morgen oder übermorgen.“ Ich: „Wo haben sie denn bestellt? Wenn ich in der Apotheke Insulin bestelle dauert das nur ein paar Stunden bis es da ist.“ Darauf bekomme ich folgende Antwort: „Ja, wir müssen ja alles ausschreiben und den Zuschlag bekam eine Apotheke, die weiter weg ist.“ Ich konnte mir es dann nicht verkneifen zu sagen: „Die Apotheke ist wohl in Griechenland.“


Dann ging die Krankenschwester wieder zur Ärztin und kam mit der Info zurück, man würde mir vertrauen und ich dürfe den kompletten Fertig-Pen behalten. Wohl wollten Sie darauf verzichten, dass man mir den Insulin-Pen alle 3 Stunden bringen muss. Alles Diabetiker-Zubehör darf nicht in den Hafträumen verbleiben – aus Sicherheitsgründen. Das heißt in meinem Fall, die Eigenverantwortung und Eigenentscheidung, die ich seit über 30 Jahren für mich trage, wird mir im Gefängnis komplett genommen (nur mal nebenbei). Auch die anderen Medikamente, die ich nehme (Blutdrucktabletten) muss man an der Zellentüre nehmen, ohne zu sehen aus welcher Packung es kommt und wer sie in die kleinen Plastikbecher abgefüllt hat – ich glaube das wird vom Hausmädchen gemacht. Und da die Hausmädchen auch Gefangene sind, kann man nicht davon ausgehen, dass es sich um medizinisches Fachpersonal handelt.


Blutzuckerwerte in der JVA am Do., den 14.06.2018 ab 06.17 Uhr: 259, 211, 177, 255, 209, 195, 172, 201, 98, 130, 224, 218.




Am Freitag kam mein neues Stamminsulin und ich konnte meine Pumpe neu betanken. Allerdings, bis sich die Blutzuckerwerte wieder anfingen zu beruhigen, dauert das dann trotzdem noch seine Zeit. Das ist normal.


Blutzuckerwerte in der JVA am Fr., den 15.06.2018 ab ca. 06.00 Uhr:254, 181, 133, 173, 162, 132, 207, 87


Blutzuckerwerte in der JVA am Sa., den 16.06.2018 ab ca. 06.00 Uhr:223, 206, 240, 238, 20, 255, 192, 172, 226, 188


Blutzuckerwerte in der JVA am So., den 17.06.2018 ab ca. 06.00 Uhr:311, 296, 273, 345, 359, 264, 248, 262, 193, 140, 139


Blutzuckerwerte in der JVA am Mo., den 18.06.2018 ab ca. 06.00 Uhr:340, 290, 255, 133, 101, 104, 199, 196, 160


Blutzuckerwerte in der JVA am Die., den 19.06.2018 ab ca. 06.00 Uhr:329, 146, 153, 115, 82, 144, 120, 148, 89


Am Mittwoch, den 20.06.2018 wurde ich aus der Haft am Morgen entlassen. Zwar ging meine Haftzeit offiziell bis 23.59 Uhr, aber man wird am Tag entlassen, da man die entlassenen Leute ja nicht Punkt 00.00 Uhr vor die Türe stellen kann. Um diese Zeit fahren ja keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr. Zumindest nicht bei uns.


Bis zu meiner Entlassung gab es keine schlimmen Ereignisse mehr. Nur am Hafttag, als ich zu einem Herrn ins Zimmer sollte, der mir mein Geld wiedergegeben hat. Ich kam rein, er gleich: „Hier müssen Sie unterschreiben.“ Ich: „Moment, darf ich das mal überprüfen?“ Er: „Glauben Sie., ich will Sie bestehlen? Wenn sie hier Zinnober machen, dann gehen Sie gleich wieder in die Zelle zurück.“ Ich: „Nein, ich glaube nicht, dass Sie mich bestehlen, aber als ich herkam, stellten die Justiz-Damen und ich beim Geldzählen fest, dass die beiden Polizeimitarbeiter, beim Geldzählen auf der Polizeistation, € 5.- übersehen haben. Ich möchte das nur noch mal prüfen. Außerdem hat mir jemand € 20.- geschickt, die laut Aussage auf meinem Gefängniskonto gut geschrieben wurden.“ Dann war ich raus.


Um noch allgemeine Dinge zu erwähnen: Wenn man in ein Gefängnis kommt, bekommt man alles abgenommen und man hat auch keinen, oder nur erschwerten Zugriff darauf. Man hat kein Handy mehr. Damit auch keine Telefonnummern mehr. Man hat auch kein Geld mehr. Außerdem muss man mindestens 14 Tage inhaftiert sein, um an einen Einkaufsschein zu kommen. Das heißt, ich hatte keine Gelegenheit mir irgendetwas zu kaufen, bzw. eine Telefonkarte (es gibt ein Telekom-Telefonkarten-Telefon auf der 'Station') zu kaufen. Dazu erzählte mir eine Mitgefangene, dass das mehrere Wochen dauern kann, bis man eine Telefonkarte bekommt. Also, man hat keine Gelegenheit an Zigaretten, Kaffee, Schokolade oder etwas anderes als Leitungswasser zu kommen. Auch kein Mineralwasser. Gott sei Dank, bin ich Nichtraucher und auch nur eine mäßige Kaffeetrinkerin.