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Helferlein


Osho

„Mut“

lebe wild und gefährlich!

Gott

Für ein Kind steht also am Anfang die Angst vor allem. Neun Monate lang hat es im Dunklen zugebracht, doch in dem modernen Krankenhaus, in dem es jetzt geboren wird, gibt es überall nur grelle Neonröhren. Für seine Augen, für seine Netzhaut, die noch nie Licht gesehen hat, nicht einmal Kerzenlicht, ist das zu viel. Dieses Licht ist ein Schock für seine Augen.

Und der Arzt lässt ihm nicht einmal ein paar Sekunden Zeit, er zerschneidet die Nabelschnur, die es noch mit dem Mutterleib verbindet, seine letzte Hoffnung auf Sicherheit. So ein kleines Wesen! Ihr wisst ja, dass kein anderes neugeborenes Lebewesen so hilflos ist wie das menschliche Kind.

Deshalb haben Pferde keine Hypothese von Gott aufgestellt. Auch die Elefanten haben sich nie mit der Idee eines Gottes beschäftigt. Das brauchen sie auch nicht. Ein Elefantenkind fängt sofort an zu laufen, sich umzuschauen und die Welt zu erkunden. Es ist nicht so hilflos wie ein Menschenkind.

Ihr werdet überrascht sein, was alles aus der Hilflosigkeit des Kindes resultiert: eure Familie, eure Gesellschaft, eure Kultur, eure Religion, eure Philosophie – sie alle sind durch die Hilflosigkeit des Kindes bedingt.

Bei den Tieren gibt es keine Familien in unserem Sinne, weil das Junge die Eltern nicht so lange braucht. Nur der Mensch musste sich ein bestimmtes System ausdenken. Vater und Mutter müssen zusammenleben, um für das Kind zu sorgen. Das Kind ist schließlich das Ergebnis ihrer Liebesbeziehung, sie haben es in die Welt gesetzt. Ein Menschenkind könnte man unmöglich sich selbst überlassen, wie das bei vielen Tierkindern der Fall ist. Es würde niemals überleben. Wo sollte es Nahrung finden? Wen könnte es fragen? Was sollte es fragen?

Ist es vielleicht zu früh auf die Welt gekommen? Manche Biologen sind der Meinung, dass das menschliche Kind zu früh geboren wird. Die neun Monate reichen nicht aus, es ist völlig hilflos. Doch so, wie der menschliche Körper gebaut ist, kann die Mutter das Kind nicht länger als neun Monate tragen, sonst stirbt sie. Und ihr Tod würde auch den Tod des Kindes bedeuten.

Man hat ausgerechnet, dass ein Kind, wenn es mindestens drei Jahre im Mutterleib bleiben könnte, wahrscheinlich keinen Vater, keine Mutter, keine Familie, keine Gesellschaft, keine Kultur, keinen Gott und keine Priester bräuchte. Aber das Kind kann nicht drei Jahre im Mutterleib zubringen. Diese merkwürdige biologische Konstellation hat das gesamte menschliche Verhalten und Denken bis hin zur Struktur der Familie und der Gesellschaft geprägt und hat die Angst hervorgebracht.

Die erste Erfahrung des Kindes ist Angst. Und die letzte Erfahrung des alten Menschen ist ebenfalls Angst.

Vergiss nie, dass die Geburt auch eine Art Tod ist. Versetze dich einmal in die Lage des Kindes. Es hat in einer Welt gelebt, die alle seine Bedürfnisse befriedigt hat. Es hat ihm an nichts gefehlt, es hatte keinerlei Verlangen. Es hat sich einfach seines Daseins, seines Wachstums erfreut, und dann wird es plötzlich hinausgeworfen.



Für das Kind ist dies eine Todeserfahrung – der Tod seiner ganzen Welt, seiner Sicherheit, seines behaglichen Zuhauses. Die Wissenschaftler sagen, es sei uns bis heute nicht gelungen, ein Zuhause zu schaffen,m das so behaglich ist wie der Mutterleib. Wir haben es immer wieder versucht. Alle unsere Wohnungen sind nichts anderes als Bemühungen, dieses behagliche Zuhause wiederherzustellen.

Selbst Wasserbetten haben wir erfunden, um uns dieses Gefühl zurückzugeben. Auch in einer heißen Badewanne kannst du dich ein wenig wie ein kleines Kind fühlen. Wer sich mit heißen Bädern auskennt, gibt auch noch Salz hinein, weil es im Mutterleib genauso salzig ist wie im Meer. Aber wie lange kannst du in der Badewanne liegen bleiben? Auch unsere Isolationstanks sind eine Suche nach dem verlorenen Mutterschoß.

Sigmund Freud ist kein Erleuchteter, genau genommen ist er ein bisschen verrückt, aber manchmal haben auch Verrückte gute Ideen. Freud glaubte, das Verlangen des Mannes, mit der Frau Liebe zu machen, sei nichts anderes als der Versuch, wieder in den Mutterleib zurückzukommen. Da mag etwas Wahres dran sein. Der Mann ist verrückt und die Idee scheint vielleicht zu weit hergeholt. Aber selbst wenn er verrückt war – einem Mann wie Sigmund Freud muss man sehr genau zuhören.

Ich glaube, darin ist ein Körnchen Wahrheit enthalten: die Suche nach dem Mutterleib, nach dem gleichen Durchgang, durch den der Mann herausgekommen ist. Aber er findet nicht wieder in den Mutterleib zurück, das ist nun einmal so. Stattdessen hat er alle möglichen anderen Dinge geschaffen. Er hat Höhlen, Häuser und Flugzeuge gebaut. Schau dir das innere eines Flugzeugs an; es wäre kein Wunder, wenn die Leute dort eines Tages in Wannen mit heißem, salzigem Wasser schwimmen würden. Das Flugzeuginnere kann die gleiche Situation simulieren, aber auch das wird dich nicht zufrieden stellen.

Das Kind hat nie etwas anderes gekannt. Und jetzt versuchen wir uns genauso behaglich einzurichten. Du brauchst bloß auf einen Knopf zu drücken und schon ist die Stewardess bei dir. Wir machen es uns so angenehm wie möglich, aber den Mutterleib können wir nicht nachmachen. Dort hast du nicht einmal auf den Knopf drücken müssen. Schon bevor du hungrig warst, bekamst du Nahrung; schon bevor du Luft brauchtest, war sie da. Du musstest dich um gar nichts kümmern. Wenn das Neugeborene also überhaupt etwas empfindet, dann kann es seine Geburt nur als Tod empfinden. Es kann sie nicht als Geburt empfinden. Unmöglich! Das ist unsere Vorstellung, die Vorstellung derer, die draußen stehen. Wir nennen es Geburt.

Und beim zweiten Mal – eines Tages, am Ende eines mühevollen Lebens … Du hast etwas erreicht – ein kleines Haus, eine Familie, einen kleinen Freundeskreis, ein wenig -Wärme, einen kleinen Winkel auf der Welt, wo du dich entspannen und du selbst sein kannst, wo du akzeptiert wirst. Es war nicht einfach. Ein Leben lang hast du dich angestrengt und plötzlich merkst du eines Tages, dass du schon wieder hinausgeworfen wirst.

Der Arzt ist wieder da – ausgerechnet der Mann, der dich schon einmal geschlagen hat! Damals geschah es, um die Atmung in Gang zu setzen. Diesmal, soweit wir es von unserer Seite aus beurteilen können … Die andere kennen wir ja nicht. Sie bleibt der Phantasie überlassen. Daher Himmel und Hölle – darüber gibt es die wildesten Phantasien. Aber noch befinden wir uns auf dieser Seite und ein Mann stirbt – jedenfalls für unsere Augen. Vielleicht wird er auch wiedergeboren. Aber das weiß nur er und er kann sich jetzt ja nicht mehr umdrehen und sagen: „Macht euch keine Sorgen. Ich bin nicht tot, ich lebe noch.“ Er konnte sich schon im Leib seiner Mutter nicht umdrehen, noch einmal zurückschauen und Lebewohl sagen. Genauso wenig kann er sich jetzt umdrehen, die Augen öffnen, sich von euch allen verabschieden und sagen: „Nur keine Sorge, ich sterbe nicht. Ich werde wiedergeboren.“

Die hinduistische Vorstellung von der Wiedergeburt ist nichts anderes als eine Projektion der Geburt. Für den Mutterleib – wenn er denken könnte – ist das Kind tot. Auch das Kind – falls es denken kann – glaubt, dass es stirbt. Doch es wird geboren; es ist kein Tod, es ist eine Geburt. Die Hindus haben die gleiche Vorstellung auf den Tod projiziert. Von dieser Seite sieht es so aus als würde man sterben, aber auf der anderen Seite … Doch die andere Seite ist unserer Phantasie überlassen. Wir können alles hineinlegen, was wir wollen.

Jede Religion stellt sich die andere Seite auf ihre Art vor, denn jede Gesellschaft und jede Kultur entstammt einem anderen geographischen Raum mit einer anderen Geschichte. Die Tibeter zum Beispiel können sich die andere Seite nicht als etwas Kühles vorstellen. Sie fürchten selbst noch die Kühle, von der Kälte ganz zu schweigen. Die Tibeter denken sich, dass der Tote es schön warm hat. In seiner neuen Welt ist es immer warm.

Ein Inder kann sich nicht vorstellen, dass es immer warm ist. Schon die vier Monate Hitze in Indien sind zu viel! Und dann in alle Ewigkeit warm – da wirst du ja gekocht! Die Hindus hatten keine Ahnung von Air-conditioning, aber die Art, wie sie ihr Paradies beschreiben – beinahe air-conditioned! Immer milde Luft, nicht zu heiß und nicht zu kalt; es ist immer Frühling, indischer Frühl8ing natürlich, alle Blumen blühen, die Lüfte sind voller Blütenduft, die Vögel singen. Alles ist lebendig, doch die Luft ist nicht warm, nur mild; das wird immer wieder betont. Da weht nur milde Luft.

Diese Vorstellungen sind alle nur Projektionen des Verstandes, sonst könnte es nicht bei den Tibetern, dein Indern oder den Mohammedanern unterschiedliche Paradiese geben. Der Mohammedaner kann sich die andere Welt nicht als Wüste vorstellen, wo er doch so unter der arabischen Wüste gelitten hat. Für ihn ist die andere Welt eine einzige Oase. Nicht dass du irgendwo nach hundert Meilen an eine kleine Oase mit ein bisschen Wasser und ein paar Bäumen kommst. Nein, ringsherum ist nur Oase und nirgends Wüste.

Das alles projizieren wir. Aber für den sterbenden Menschen ist es der gleiche Prozess, den er schon einmal durchgemacht hat. Es ist eine bekannte Tatsache, dass der Mensch im Augenblick des Todes, vorausgesetzt er wird nicht bewusstlos, sein ganzes Leben vor sich ablaufen sieht, angefangen vom ersten Augenblick, als er geboren wurde. Es scheint bedeutungsvoll zu sein, dass er sich alles Geschehene noch einmal ansehen kann, bevor er die Welt verlässt. In nur wenigen Sekunden läuft seine ganze Biographie vor ihm ab, genau wie im Kino. Es geht blitzschnell: In einem zweistündigen Kinofilm sind meist nur einige Jahre untergebracht. Wenn dein Leben in der gleichen Geschwindigkeit vor die abliefe, würdest du zwei Jahre lang im Kino sitzen. Wer könnte sich das leisten? Nein, der Kalender läuft rasend schnell ab und die Altersstufen ändern sich rasch. Im Moment des Todes geht alles sehr viel schneller. In einem einzigen Augenblick rast das ganze Leben an einem vorbei und hält bei der ersten Lebensminute an. Genau der gleiche Prozess wiederholt sich noch einmal. Der Kreis des Lebens hat sich geschlossen.

Wisst ihr, warum ich euch daran erinnern wollte? Weil euer Gott nichts anderes ist als die Angst eures ersten Lebenstages, die bis zum letzten Augenblick immer größer und größer wird. Deshalb kann es sich ein junger Mensch vielleicht noch leisten, Atheist zu sein, aber im Alter wird es brenzlig. Wenn er mit einem Bein schon im Grab steht und du ihn auf der Schwelle des Todes fragst: „Bist du noch Atheist?“ dann wird er antworten: „Das muss ich mir noch mal genau überlegen“, aus Angst, was mit ihm passieren wird, wenn seine ganze Welt sich auflöst.

Du sagst: „Sobald ich daran denke, die Vorstellung von Gott aufzugeben, bekomme ich große Angst.“ Das ist ein klares Zeichen dafür, dass du mit dem Felsblock dieser Vorstellung deine Angst unterdrückst. Und in dem Moment, in dem du den Fels beiseite schiebst, kommt die Angst wieder zum Vorschein.

Wenn Angst aufkommt, musst du dich ihr stellen. Es hilft dir nichts mehr, sie mit der Vorstellung von Gott zuzudecken. Du kannst nicht einfach wieder in deinen alten Glauben zurückfallen. Damit ist es vorbei. Du kannst nicht mehr an Go9tt glauben, denn der Zweifel ist jetzt eine Realität und der Glaube eine Fiktion. Und keine Fiktion kann einer Tatsache standhalten. Gott wird ab jetzt für dich eine Hypothese sein und damit verlieren deine Gebete ihren Sinn. Du weißt, dass es eine Hypothese ist, das kannst du nicht mehr vergessen.

Wenn du die Wahrheit einmal begriffen hast, dann kannst du sie unmöglich wieder vergessen. Das ist eine der Eigenschaften der Wahrheit, dass man sich nicht an sie zu erinnern braucht. An die Lüge musst du dich stets erinnern, sonst könntest du sie vergessen. Jemand, der ständig lügt, braucht ein besseres Gedächtnis als jemand, der immer die Wahrheit spricht, weil ein aufrichtiger Mensch sich nichts merken muss. Wenn du nur die Wahrheit sagst, brauchst du dich an nichts zu erinnern. Aber wenn du Lügst, musst du dir genau merken, wem du diese Lüge und wem du jene Lüge erzählt hast, und alles im Kopf behalten. Und wenn dir jemand Fragen dazu stellt, musst du immer neue Lügen erfinden. Lügen halten nichts von Geburtenkontrolle.

Die Wahrheit ist zölibatär, sie hat keine Kinder. Tatsächlich ist sie nicht einmal verheiratet.

Wenn du erst einmal verstanden hast, dass Gott nur eine Hypothese ist, die von den Priestern, den Politikern, der Machtelite und den Pädagogen erfunden wurde, die ein persönliches Interesse an deiner Versklavung haben … Sie alle möchten, dass du ständig in Angst lebst, dass du innerlich zitterst, denn wenn keine Angst da ist, stellst du eine Gefahr dar.

Du kannst also entweder ein Feigling sein, ängstlich, fügsam, unterwürfig, jemand, der keine Würde und keine Selbstachtung hat – oder du kannst furchtlos sein. Aber dann bist du unvermeidlich ein Rebell. Entweder du bist ein Mensch, der glaubt, oder du wirst ein rebellischer Geist. Die Leute also, die nichts möchten, dass ihr Rebellen seid, weil eure Rebellion gegen ihre Interessen gerichtet wäre, zwingen euch eine Konditionierung als Christen, als Mohammedaner oder Hindus auf, damit ihr vor Angst zittert. Darauf beruht ihre Macht. Alle, die Macht ausüben wollen, die ihr ganzes leben lang nur nach Macht streben, ziehen aus dieser Hypothese von Gott ungeheuren Nutzen.

Wenn du Angst vor Gott hast – und wer an Gott glaubt, muss notwendigerweise Angst haben -, dann musst du seine Gebote befolgen, seine heiligen Schriften einhalten, seinem Messias, seiner Verkörperung oder seinem Stellvertreter nachfolgen. Du musst ihm und seinen Agenten gehorchen.

Doch tatsächlich existieren nur diese Agenten, Gott gibt es überhaupt nicht! Das ist in der Tat ein seltsames Geschäft. Religion ist das seltsamste Geschäft überhaupt. Es gibt keinen Boss, sondern nur die Vermittler: den Priester, den Bischof, den Kardinal, den Papst, den Messias, die ganze Hierarchie – und oben drüber ist niemand.

Jesus, der eingeborene Sohn, bezieht seine Macht und Autorität von Gott. Der Papst, der einzige wahre und unfehlbare Stellvertreter, bezieht seine Autorität von Jesus und so geht es immer weiter bis hinab zum untersten Priester. Aber einen Gott gibt es überhaupt nicht, es ist nur deine Angst. Du wolltest, dass Gott erfunden wird, weil du nicht alleine leben konntest. Du warst unfähig, dein Leben mit seinen Schönheiten, seinen Freuden, seinen Leiden und seinen Nöten gegenüberzutreten.

Du warst nicht bereit, sie alleine zu erfahren, ohne dass dich jemand beschützt, ohne dass jemand als Schutzschirm funktioniert. Aus lauter Angst hast du nach einem Gott verlangt. Und Helfershelfer gibt es natürlich überall. Du brauchst nur darum zu bitten und sie erledigen alles für dich.

Diese Vorstellung von Gott, die dich vor der Angst bewahrt, musst du loslassen. Du musst durch die Angst hindurchgehen und sie als menschliche Realität akzeptieren. Man braucht nicht davor wegzulaufen, im Gegenteil, man muss tief in sie hineingehen. Und je tiefer du in deiner Angst hineingehst, umso weniger existiert sie.

Wenn du den tiefsten Grund der Angst erreicht hast, wirst du einfach nur lachen. Es gibt nichts zu fürchten.

Wenn die Angst verschwindet, taucht Unschuld auf. Und diese Unschuld ist das höchste Gut, die eigentliche Essenz eines religiösen Menschen.

Diese Unschuld ist Macht. Diese Unschuld ist das einzige Wunder, das es gibt.

Aus dieser Unschuld kann alles geschehen. Doch sie macht dich nicht zum Christ oder zum Mohammedaner. In dieser Unschuld bist du einfach nur ein gewöhnlicher Mensch, der seine Gewöhnlichkeit ohne Vorbehalte annimmt und frohen Herzens lebt, ein Mensch, der der ganzen Existenz dankbar ist – nicht Gott, denn das ist eine Vorstellung, die dir andere eingepflanzt haben.

Die Existenz ist keine Vorstellung. Sie umgibt dich überall, innen wie außen. Wenn du vollkommen unschuldig bist, einsteht eine tiefe Dankbarkeit in dir – ich will es nicht Gebet nennen, weil du im Gebet um etwas bittest, ich möchte es eine tiefe Dankbarkeit nennen, die in dir aufsteigt. Anstatt um etwas zu bitten, dankst du für etwas, das du schon bekommen hast.

So vieles ist dir schon gegeben worden. Hast du es dir verdient? Die Existenz schüttet so viel über dir aus, dass es einfach unschön wäre, um mehr zu bitten. Sei doch dankbar für all das, was du bekommen hast. Und das Schönste daran ist: Wenn du dankbar bist, gibt dir die Existenz immer mehr und mehr und ein Kreislauf entsteht. Je mehr du bekommst, umso dankbarer wirst du. Je dankbarer du wirst, umso mehr gibt sie dir … und so geht es immer weiter. Es ist ein Prozess ohne Ende.

Aber vergiss nicht: Die Vorstellung von Gott ist verschwunden. In dem Moment, in dem du sie eine Hypothese genannt hast, ist sie bereits gestorben. Ob du Angst hast oder nicht, sie ist unwiederbringlich vorbei und erledigt.

Jetzt bleibt dir nur übrig, dich auf deine Angst einzulassen. Gehe in aller Ruhe in sie hinein, um ihre Tiefe auszuloten. Und manchmal kommt dabei heraus, dass sie gar nicht sehr tief ist.

Dazu eine Geschichte:

Bei einer nächtlichen Wanderung rutschte ein Mann von einem Felsvorsprung ab. Im letzten Augenblick griff er nach einem Ast, der aus dem Fels ragte, aus Angst, Hunderte von Metern in den Abgrund zu stürzen, denn er wusste, dass der Weg an einem sehr tiefen Tal entlangführte. In der dunklen Nacht war nur der bodenlose Abgrund unter ihm zu erkennen. Er rief um Hilfe, doch nur das Echo seiner Rufe kam zurück. Es war niemand da, der ihn hätte hören können.

Du kannst dir vorstellen, welche Qualen dieser Mann die ganze Nacht über litt. Jeden Augenblick war der Tod gegenwärtig. Seine Hände wurden klamm und er begann den Halt zu verlieren. Und als es endlich hell wurde, schaute er hinab und musste lachen: Da war gar kein Abgrund. Kaum zwanzig Zentimeter unter ihm war ein Felsen, so groß, dass er bequem die ganze Nacht dort hätte ausruhen und schlafen können. Stattdessen war die Nacht ein einziger Albtraum gewesen.

Ich kann euch aus eigener Erfahrung sagen: Die Angst ist nicht mehr als zwanzig Zentimeter tief. Jetzt bleibt es euch überlassen, ob ihr euch noch länger an den Ast klammern und euer leben zu einem Albtraum machen wollt oder ob ihr lieber den Ast loslasst und auf euren eigenen Füßen steht.

Es gibt nichts zu fürchten

Osho

„Mut“

lebe wild und gefährlich

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